Strom an, Wasser läuft – das Blog-Update für November und Dezember zu Baufortschritten und anderem

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Auch während der letzten beiden Monate sind wir weiter vorangekommen, wenn auch die Kälte und die frühe Finsternis das Arbeiten erschwerten. Nach längerem Kampf mit den Anträgen bei den Kommunalen Wasserwerken Leipzig (KWL) und den Leipziger Stadtwerken sind nun fast alle Häuser wieder an die Versorgungsnetze angeschlossen. In der Woche vom 12. bis zum 16. November wurde zunächst vor der Merseburger Straße 104 und dann vor der Georg-Schwarz-Straße 11 gebaggert und es wurden beide Wasseranschlüsse wiederhergestellt. Nach Installation der Wasserzähler und einer Analyse der Wasserqualität heißt es seit Ende November nun „Wasser marsch!“ – wenn auch erst einmal nur in den Kellern.

Danach konnten wir uns intensiver mit den Kolleg_innen bei der Netz GmbH der Stadtwerke auseinandersetzen und ihnen die Dringlichkeit unseres Anliegens klar machen. Kurz vor Weihnachten, am 18. Dezember, wurde die Georg-Schwarz-Straße 11 wieder ans Stromnetz angeschlossen und zwei Zähler installiert. Damit funktionieren auch endlich Licht und Strom in Hausflur, Keller und Dachboden und in der „krimZkrams“-Materialsammlung, was die Arbeiten sehr erleichtert. Nun werden Schritt für Schritt auch die Wohnungen wieder „hochgefahren“ und mit Zählern ausgestattet. Vor der Merseburger Straße 104 muss erneut gebaggert werden und dafür erhielt die Baufirma wegen des nahenden „Deckenschlusses“ über die Weihnachtsfeiertage keine Schachtgenehmigung mehr. Wenn das Wetter weiterhin so warm bleibt soll es nun im Januar weitergehen.

In der Merseburger Straße 104 bestanden die ersten Schritte darin, den alten Zugang zum Treppenhaus wieder durchzubrechen, Altlasten wie Rohre und Leitungen, alte Armaturen in Bädern und Küchen, sowie diversen Krempel zu entfernen bzw. nach Verwertbarem auszusortieren sowie die verschiedenen Werkstoffe für das Recycling zu trennen. Die Säuberung einiger Öfen, Dachreparaturen, Entfernung alter Verkleidungen und die ersten Versuche, die Schornsteine wieder fit zu bekommen wurden ebenso angegangen. In allen drei Etagen haben wir Rabitzwände entfernt, um die etwas kleinere Haushälfte offener und großzügiger gestalten zu können. Aktuell haben wir noch zwei unterschiedlich aufwändige Durchbrüche vor uns und feilen an unseren Verlegeplänen für die Elektrik.

Wir haben nun auch eine Vorab-Version des Holzschutzgutachtens für die Merseburger Straße 102/104 von „unserem“ Architektur-Masterkandidaten Thomas erhalten. Was wir gehofft und vermutet hatten, trifft zu: Zumindest vom Gemeinen Hausschwamm, dem gefährlichsten holzschädigenden Pilz, ist das Haus nicht befallen. Einige Balken in den oberen Geschoßen weisen aber durchaus andere Holzschädlinge auf und werden uns wohl in nächster Zeit noch beschäftigen.

Auch in unserer Nachbarschaft tut sich einiges: Das befreundete Hausprojekt KunterBunte 19 (Georg-Schwarz-Straße 19) hat bereits ein neues Dach erhalten. Die ebenfalls lange leerstehende Erich-Köhn-Straße 69 in unserem Block wurde von einer Bekannten erworben. Daraus wird zwar kein Kollektivhaus, aber doch ein „Hausprojekt“, das gemeinsam zu günstigen Mietskonditionen ausgebaut wird. Und die gleichfalls unbewohnte Georg-Schwarz-Straße 17, in deren Erdgeschoß einst die legendäre „Gute Quelle“ beheimatet war, ist ebenfalls in uns bekannte Hände gekommen. Auf Grund des Zustandes dieses Gebäudes stehen hier zunächst einmal Sicherungsmaßnahmen an.

Über bauliche Entwicklungen hinaus war an unserer Ecke auch wieder eine Menge los: Am 14. November besuchte uns im Rahmen einer Seminarwochen zum Thema „Alternatives Leben – was ist das?“ eine Gruppe von Jugendlichen, die innerhalb des Caritasverbands für das Bistum Magdeburg ihr Freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolvieren, um sich über unsere Ideen zu selbstbestimmtem Wohnen zu informieren. Wir zeigten ihnen u.a. auf, was man so alles aus einer Altbauwohnung machen kann, aber auch, wie viel Arbeit darin steckt. Am 24. und 25. November fand in der „Schwarz10“ (Georg-Schwarz-Straße 10) das halbjährliche große Vernetzungstreffen von Hausprojekten und Wagenplätzen aus Leipzig und Umgebung statt, auf dem wir natürlich ebenfalls vertreten waren.

Am 29. desselben Monats folgte eine Tagung des Bund-Länder-Förderprogramms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ (SOP), in dessen Rahmen auch die Wiederbelebung der Georg-Schwarz-Straße unterstützt wird. Bei dieser Gelegenheit stellten wir unser Drei-Häuser-Projekt Mitarbeiter_innen von Stadtverwaltungen und Quartiersmanagements aus ganz Deutschland vor. Sie interessierten sich vor allem für die Frage, wie von Verwaltungsseite aus Projekte dieser Art unterstützt und dadurch Stadtentwicklungsprozesse „von unten“ gefördert werden können. Wir verwiesen darauf, dass es entscheidend ist, dass bei der Vergabe von kommunalen Immobilien auch Kollektive wie wir und nicht immer die Meistbietenden zum Zuge kommen (wenn denn kommunales Eigentum schon verkauft wird…).

Und nach einigen Diskussionen auch vor Ort beschloss der Leipziger Stadtrat im Dezember schließlich, dass in der Georg-Schwarz-Straße 31 eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber/-innen und Flüchtlinge eingerichtet wird. Wie in der Erklärung „Offene Nachbar_innenschaft“ vom letzten Jahr dargelegt, freuen wir uns ausdrücklich auch auf diese neuen Nachbar_innen.

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